| Regie............................................ |
Susanne Truckenbrodt |
| |
|
| Bühne / Kostüme........................ |
Hans Hugo Ellerfeld |
| Lichtgestaltung............................ |
Henning Streck |
| Ton................................................. |
Wladimir Kaminer |
| Technik......................................... |
Matthias Schäfer |
| Musik............................................. |
Trötsch |
| |
|
| Spieler.......................................... |
Uwe Schmieder, Matthias Horn, Antje Görner, Susanne Truckenbrodt,
Wolf Scheidt, Dmitri Bobrow, Marina Weiss,
Denis Burgasliev, Mascha Ljubimowa, Andrej Ljubimow |
| |
|
Diese Stückfassung hat keinen Anspruch auf Ganzheitlichkeit
der Erzählung des Romans und der Geschichte seiner Figuren, sondern
es galt, soviel wie möglich von dem Leben einzufangen, das Dostojewski
beschreibt. Uns interessierte dabei der Werdegang des Mörders Raskolnikow
von der Tat bis zur Offenbarung und seine Berührungspunkte mit den
Romanfiguren auf seinem Weg.
Bühnenraum, Kostüme, Masken der Figuren und Spielweise sind
gezeichnet von einer "Ästhetik des Verfalls und der Verwesung",
gleichzeitig verbunden mit dem unerbittlichen Kampf dagegen. Die gesamte
Inszenierung ist durchgängig zweisprachig. Im Dialog der Akteure
entsteht eine dritte Sprache: eine gemeinsame Theatersprache. Die Figur
des Raskolnikows wird am Abend von zwei Schauspielern, einem russischen
und einem deutschen, gelebt. Während sich der russische Raskolnikow
im Verlaufe des Stückes immer wieder den Verhören des deutschen
Porfirij stellen muß, begegnen dem deutschen Raskolnikow in alptraumhaften
Sequenzen Figuren aus seinem Leben: eine russische Mutter, ein russischer
Swidrigailow, eine zweisprachige Sonja, eine deutsche Katarina Iwanowna,
ein russischer Rasumichin und die Figur des gefährdeten Mädchens
mit der Sprache einer Polenka, Dunja, Katja in deutsch.
Pressestimmen
„Raskolnikow – in der Romanadaption des Berliner Orphtheaters
und des Moskauer Teatr na Krassnoi Presnje ein überdies in sich
selbst Gespaltener: Zwei Schauspieler, ein russischer, ein deutscher,
stürzen zu Beginn des Stückes – nach dem Verbrechen – auseinander.
Beenden erst am Ende, nach bildmächtigem, körperintensivem Spiel,
das Fragmente des Romans in traum- und alptraumhaften Sequenzen erzählt,
die Entzweiung kommen mit sich ins Eine und Reine erst nach dem Gang
durchs Fegefeuer. Faszinierend insbesondere Matthias Horn als Untersuchungsrichter
Porfiri: die Schlange, die das Kaninchen bannt, die Spinne, die klebrige
Fäden spannt. Er lockt und droht und wiegt in Sicherheit; und Horn
zeigt uns zugleich, wie sehr Porfiris Vernehmungstaktik selbst auf Schauspiel
beruht. Eine Meisterleistung.“
Die Welt 2.09.95
"Im Orphtheater werden Bilder aus Körpern gebaut, sogar Kutschen,
aus Leibern gebildet, rasen durch die verwinkelte Enge. Die Spieler durchleben
Angstträume wie körperliche Züchtigungen, und immer wieder
stürzen sie auf den Grund des Moders, des Vergänglichen. ...
Leben im Elend ist die Klammer, das barfüßige Dasein im Gerümpel
von Sofa, Truhe, zerfetzten Tischen, die Suche nach Helligkeit mit dem
Lichtstümpfchen in der Hand.
Christoph Funke, Tagesspiegel, 2 .09. 1995
|